Interview mit Corinna Kühschweiger, neue HR Leiterin in Rankweil

Wann und wie hat deine berufliche Laufbahn bei Hirschmann Automotive begonnen?

Mein Einstieg bei Hirschmann Automotive war am 1. September 1998, als ich meine Lehre als Bürokauffrau begonnen habe. Aufgrund personeller Veränderungen erhielt ich schon kurz nach meinem Lehrbeginn die Chance, in das Personalbüro zu wechseln und administrative Tätigkeiten in der Personalverrechnung zu übernehmen. Mehr und mehr arbeitete ich dann unterstützend Richtung Abrechnung und erhielt größere und verantwortungsvollere Aufgaben wie beispielsweise das Fuhrparkmanagement. Parallel dazu bin ich dann mit etwa 24 Jahren in das Gremium des Lehrlingswesens eingestiegen. 2011 folgte aufgrund meines persönlichen Wunsches nach mehr Kontakt mit Menschen meine interne Bewerbung für eine ausgeschriebene Stelle als HR Business Partner, und ich wurde dafür ausgewählt. Die vergangenen neun Jahre rekrutierte ich Bewerber und Bewerberinnen, durfte den internationalen Wandel des Unternehmens, den Aufbau der Produktentwicklung, der Projektleitung sowie der IT mitgestalten, bis ich mit Beginn diesen Jahres zum Head of Human Resources des Stammsitzes hier in Rankweil ernannt wurde.

 

Frauen in Führungspositionen sind in der Automobilbranche eher eine Seltenheit – Wie siehst du die Chancen von jungen Frauen, die die Karriereleiter erklimmen möchten, und was würdest du ihnen mit auf den Weg geben?

Frauen zieht es noch immer überwiegend zu klassischen Frauenberufen und wir bilden in technischen Branchen die klare Minderheit. Die Chance ist für Frauen und Männer meiner Meinung nach gleich, jedoch sind einfach mehr Männer am Markt. Unabhängig von der Branche denke ich, dass sich Frauen eine dicke Haut zulegen müssen und nicht zu zart besaitet sein dürfen, um im Beruf erfolgreich voranzukommen. Ich persönlich befolge das Sprichwort: leben und leben lassen. Ich versuche zu hinterfragen, warum jemand so handelt, und nicht dagegen anzugehen, wenn ich anderer Meinung bin. Speziell in technischen Branchen muss man oftmals über den eigenen Schatten springen und Arbeiten übernehmen, die nicht unbedingt in den eigenen Aufgabenbereich fallen. Meiner Erfahrung nach gewinnt man dadurch sehr viel Dankbarkeit sowie Entgegenkommen von seinem Gegenüber. Ein kleiner Schritt mehr kann schon sehr viel bewirken. Ebenso sollten Frauen nicht zu viele Gedanken an Benachteiligung aufgrund ihres Genders verschwenden und auch generell nicht alles zu kompliziert hinterfragen. Ich denke, wir Frauen können uns in diesem Punkt an den männlichen Kollegen orientieren und Dinge etwas gelassener und vor allem praktischer angehen. Dadurch wird auch die Zusammenarbeit wesentlich einfacher und man gelangt schneller ans Ziel.

 

Was sind die größten Herausforderungen als Head of Human Resources?

Derzeit gestaltet es sich noch recht schwierig, die alten Aufgaben abzugeben und den Sprung von der Arbeitskollegin zur Vorgesetzten zu schaffen. Bei täglichen Gesprächen, auch mit meinen Teamkollegen, bin ich nun in einer ganz neuen Rolle. Meine persönliche Meinung muss einer neutralen und meiner Position entsprechenden hinten angestellt werden. Projektbezogen dreht es sich auch in unserem Bereich vorwiegend um die Digitalisierung und wir arbeiten derzeit an diversen Optimierungsmaßnahmen. Hinzu kommt die Aufarbeitung von bis dato unberührten Themen, bei denen die Erwartungshaltung von Seiten der Mitarbeitenden hier im Werk recht hoch ist.

 

Kannst du Hirschmann Automotive in ein paar wenigen Sätzen beschreiben?

Was mich immer aufs Neue begeistert, ist die Leidenschaft, welche unsere Mitarbeitenden für ihren Beruf und ihre Tätigkeit aufbringen. Das Unternehmen hat ein enormes Entwicklungspotential – sowohl aus wirtschaftlicher Sicht für den Betrieb wie auch aus persönlicher für jeden einzelnen Mitarbeitenden. Und ich schätze die Zusammenarbeit mit genialen und zugleich etwas verrückten Persönlichkeiten, die neue Wege ausprobieren und auch mal ein Risiko eingehen. Das macht den Berufsalltag unglaublich interessant und spannend.

 

Was macht dich in deiner beruflichen Position glücklich?

Ich schätze es besonders, dass ich von Beginn an selbstständige und verantwortungsvolle Tätigkeiten übernehmen konnte, inzwischen mit neuen Themen frühzeitig in Kontakt trete, diese mitgestalten und zu Entscheidungen beitragen kann und durch meine neue Position das Herangehen mit strategischer Sicht erfahre. Hinzu kommen die Zusammenarbeit mit Menschen und das Meistern von immer wieder neuen Herausforderungen.

 

Welche Tipps würdest du anhand deiner jahrelangen Erfahrung als Business Recruiter künftigen Bewerbern nahelegen?

Wenn sich jemand dafür interessiert, Teil eines Zulieferers für die Automobilindustrie zu werden, sollte vorab hinterfragt werden, ob diese Branche tatsächlich zu einem passt. Unser Metier ist doch sehr speziell und nicht jeder ist dafür geschaffen.

Während des Vorstellungsgesprächs sollte man mit offenen Karten spielen und sich nicht verstellen oder als jemand anderen verkaufen. Wir führen unsere Gespräche sehr authentisch und wünschen das auch von unserem Gegenüber.

Und zu guter Letzt sollten Bewerbungsunterlagen immer nochmals auf Fehler kontrolliert werden.

 

Was versuchst du deinen Mitarbeitenden weiterzugeben?

Ich versuche die vorgegebene Strategie der Geschäftsführung an die Mitarbeitenden weiterzugeben. Die vergangenen Jahre und vor allem die Zeiten der Wirtschaftskrise haben gezeigt, dass wir auf ihren Kurs und die gesetzten Schritte bauen und vertrauen können. Auch wenn wir uns derzeit in etwas herausfordernderen Zeiten befinden, dürfen wir nicht vergessen, dass wir ein Unternehmen sind, eine Einheit. Und Veränderungen sind positiv und sollten als Chancen angesehen werden. Dagegen kommen wir nicht an und das müssen wir auch gar nicht. Offen darauf zugehen und Optimierungen zulassen. Die Digitalisierung spielt hier stark mit ein.

 

Wer steckt hinter dem Head of HR?

Ich bin auch auf privater Ebene ein sehr aktiver Typ und setze mir stets neue herausfordernde Ziele. In diesem Jahr plane ich die Teilnahme am Spartan Beast Race in Oberndorf und am Ironmännli in Lustenau mit einem Team von Hirschmann Automotive. Schon seit 30 Jahren bin ich Mitglied der Turnerschaft meiner Heimatgemeinde Göfis, mit der ich für 2023 die Teilnahme an der Gymnaestrada in Amsterdam plane. Daneben würde ich mich als lebensfrohen Familienmenschen beschreiben. Ich genieße es, samstags morgens mit meiner Familie in die Feldkircher Innenstadt einkaufen zu gehen, gefolgt von einem gemeinsamen Mittagessen. Ansonsten finde ich in der Natur, besonders in den Bergen, den notwendigen Treibstoff für meine Tanks. Ob beim Wandern, Schifahren oder Touren, hier kann ich abschalten und neue Lebensenergie auffüllen.

 

Marke/Modell deines ersten Autos?

Roter VW Polo mit gerade mal 4 Gängen und 55 PS.

 

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Kontakt

Hirschmann Automotive GmbH
Oberer Paspelsweg 6-8
6830 Rankweil, Österreich
Telefon: +43 (0)5522 307-0
Email: info@hirschmann-automotive.com

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