Denkschmiede von Hirschmann Automotive geht in wohlverdienten Ruhestand

Am Montag, dem 20. Juni 1977 startete Kurt Ellensohn direkt nach abgeschlossenem Schulabschluss und geleistetem Militärdienst, seine Karriere als junger Konstrukteur bei der Richard Hirschmann GesmbH. Nach 43 Jahren und 42 Tagen steht nun der nächste große Lebensabschnitt für die wandelnde Ideenwerkstatt und Frohnatur bevor, denn Kurt tritt seinen wohlverdienten Ruhestand an.

Vor rund 40 Jahren konzentrierte sich das Unternehmen erstmalig neben der Empfangs- und Sendetechnik, auf den noch unangetasteten Bereich für Automotive Steckverbindungstechnik. Dieser Umstand war wie gemacht für Kurt, denn in ihm steckte schon immer ein Visionär, Tüftler, Bastler und Macher. Von nun an konnte er seiner großen Leidenschaft nachgehen und vor allem sein Talent ausschöpfen.

Im Vergleich zu heute, gestalteten sich die Arbeitsweise und -bedingungen um ein Vielfaches primitiver. Es gab keine modernen Tools und Software zur Unterstützung, keine Smartphones, CAD-Daten, 3D-Drucker oder gar reglementierte Unternehmensprozesse. Die Konstrukteure arbeiteten am Zeichenbrett, versendeten ihre Zeichnungen in Kartonrollen an Kunden, erstellten ihre Musterteile und Prototypen aus Materialien, die gerade zur Hand waren und fuhren persönlich zu den OEMs, um ihre Ideen und Konstruktionen vorzustellen und Aufträge an Land zu ziehen.

Auch gab es damals keine klassischen Arbeitstage, die um 7 Uhr begonnen und um 17 Uhr geendet haben. Nach der Arbeit wurde Zuhause weiter getüftelt, überlegt und schon am Morgen vor Arbeitsbeginn hat es in den Fingern gejuckt, um die in den Nachtstunden entstandenen Ideen auszuprobieren.

 

Ein kleiner Ausschnitt aus 43 Jahren

Bei der Frage nach den signifikantesten Produktentwicklungen, die aus Kurts Denkschmiede stammen, fällt eine Klassifizierung äußerst schwer. Denn die gesamte Produktpalette für den Einstieg in die Automobilindustrie wurde maßgebend von Kurt entwickelt.

In Erinnerung geblieben ist gewiss sein erstes Produkt: ein Lautsprecheranschluss (Stecker und Kupplung) für das Autoradio der Firma Becker, der bei einem namhaften OEM baureihenübergreifend standardisiert wurde.

Ein besonderes Highlight war die 1 mm Kontaktierung (Buchse und Stift) mit einer CuBe2-Lamelle als Kontaktierungsteil, die als Basis für unzählige weitere Produktentwicklungen anfänglich für einen und in weiterer Folge für weitere bekannte OEMs fungierte.

Das erste außergewöhnlich große Projekt war eine Steckverteilung für eine Hinterachse im Roadster. Für die Realisierung der Kundenwünsche musste in enormen Dimensionen gedacht werden, denn alle Sensoren an der Hinterachse (ABS, ASR, BBVA etc.) sollten in einer zentralen Trennstelle zusammengefasst und von außen aufgesteckt und elektrisch kontaktiert sowie mechanisch verriegelt werden. Die Komplexität, Größe und das Zusammenspiel aller Teile war eine immense Herausforderung, die das gesamte Projektteam gefordert hat, aber schlussendlich erfolgreich umgesetzt wurde. Nach der äußerst knappen Entwicklungszeit von 6 Monaten wurde die Kontaktierung erstmalig verbaut und nachfolgend für weitere Fahrzeugmodelle adaptiert.

Weitere fundamentale Entwicklungen waren – nur um ein paar Wenige zu nennen – ein verstellbarer und beheizbarer 5-poliger Außenspiegel-Steckverbinder mit Gabel- und Messerkontaktierung, ein 8-poliger (1 mm) Innenspiegelsteckverbinder für Memoriesteuerungen sowie für die ersten Infrarot-Fernbedienungen, eine 8-polige Winkelsteckverbindung, eine 3-polige Türfallenabfrage und unzählige weitere Steckverbindungen.

Vor der Produktentwicklung für Automotive-Kontaktierungen war Kurt ebenfalls maßgebend bei der Übertragung des neu entwickelten Slany-Designs beteiligt, das in das Messleitungs- und Laborprogramm sowie bei Industriesteckverbindern integriert wurde. Das Design lieferte dem damaligen Steckverbinder-Programm von Hirschmann Automotive ein markantes Erscheinungsbild (drei vertiefte Linien) und machte es auf den ersten Blick unverkennbar gegenüber Produkten der Konkurrenz. Bis heute ist das Slany-Design im Einsatz.

Der IC Tester ist ein weiteres Highlight, das aus Kurts Ideenreichtum entsprungen ist. Dieser wurde Ende der 70er Jahre für das Laborprogramm zur Testung von integrierten Schaltkreisen entwickelt.

In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt von Kurts Arbeitsbereichen bei Grundlagenthemen, im Patent- und Markenwesen, dem Bearbeiten von Forschungsfreibeträgen sowie speziellen Sonderprojekten, wie beispielsweise dem Hirschmann Automotive Pedelec (E-Bike), welches 2012 entwickelt wurde. Daneben war er bis zuletzt als interner Trainer der Hirschmann Automotive Academy für Grundlagenthemen wie Materialien, Prozesse, Produkte etc. tätig und hat sein umfangreiches Wissen an Mitarbeitende weitergegeben.

 

„Während meiner vier Jahrzehnte bei Hirschmann Automotive hat sich immens viel verändert. Ob gleich auf Managementebene, betreffend dem Produktportfolio, der Namensgebung des Unternehmens oder der Industriezweige. Ich bin sehr stolz, diesen spannenden Wandel miterlebt und vor allem mitgestaltet zu haben und ausgesprochen dankbar dafür, dass mir das Unternehmen stets den Freiraum, die notwendigen Ressourcen und das Vertrauen für die Umsetzung meiner Ideen geboten hat. Ich durfte ein fantastisches Berufsleben erfahren, das ich jedem anderen nur wünschen kann.“ Kurt Ellensohn

 

Mit dem Austritt von Kurt Ellensohn geht eine wahrliche Koryphäe vom Platz, der die Geschichte von Hirschmann Automotive maßgebend geprägt hat. Wir danken dir für deinen unermüdlichen Einsatz, deine erbrachten Leistungen und deinen hilfsbereiten und überaus sympathischen Umgang mit den Kollegen und Kolleginnen. Du hast eine beeindruckende Karriere hingelegt und uns menschlich wie auch intellektuell stets bereichert. Alles Gute für deine Zukunft!

 

Corinna Kühschweiger, Head of Human Resources Rankweil:

“Kurt kann stolz auf viele erfolgreiche Jahre bei Hirschmann Automotive zurück blicken. Er hat hier maßgeblich am Unternehmenserfolg von heute mitgearbeitet und war immer sehr leidenschaftlich und mit vollem Herzblut mit dabei. Sei es, wenn neue Entwicklungen entstanden sind, bei den internen Produktschulungen, im Hirschmann Automotive E-Bike Team oder auch bei vielen gemütlichen Feiern, bei denen er ein gern gesehener Gast war und immer gute Laune verbreitete. Jede Arbeit, die Kurt übernahm, setzte er mit vollem Einsatz um, halbe Sachen sind nichts für ihn. Ein Mitarbeiter auf den man sich immer zu 100% verlassen konnte. Auch ich danke Kurt für seinen tollen Einsatz, die Wertschätzung, die er mir jederzeit entgegen gebracht hat, die vielen interessanten und lustigen Gespräche und wünsche Kurt für seinen neuen Lebensabschnitt nur das Beste. Es freut mich, dass ich 22 Jahre mit Kurt zusammenarbeiten durfte.”

Kontakt

Hirschmann Automotive GmbH
Oberer Paspelsweg 6-8
6830 Rankweil, Österreich
Telefon: +43 (0)5522 307-0
Email: info@hirschmann-automotive.com

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um ein optimales Website-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite notwendig sind und Statistik-Cookies. Sie entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht alle Funktionalitäten zur Verfügung stehen. Weitere Infos: Datenschutzhinweise & Impressum.